Poetisches Kinoerlebnis: Paradschanows surrealer Film über den Dichter Sayat Nova verwebt Poesie, Symbolik und armenische Kultur zu einem einzigartigen visuellen Kunstwerk.
Der armenische Dichter Arathin Sayadin – besser bekannt als Sayat Nova – war im 18. Jahrhundert Hofpoet des Königs Herodes II., bevor er verstoßen wurde und als wandernder Sänger durch die Welt zog. Sein bewegtes Leben endete tragisch: ermordet, wurde er zum Märtyrer und zur Legende der armenischen Kultur.
Sergej Paradschanows außergewöhnliche Filmbiografie führt in acht poetisch-surrealen Kapiteln durch das Leben des berühmten Troubadours. Anstelle klassischer Filmhandlung entfaltet sich ein visuelles Universum aus kunstvoll arrangierten Tableaus, in denen kaum gesprochen wird – die wahre Sprache sind Bilder, Farben, Symbole und lyrische Zwischentitel.
Mit liebevoll-ironischen Szenen zeigt Paradschanow Sayat Novas Kindheit zwischen Büchern, seine erste Liebe, seine Zeit am Hof und die spirituelle Tiefe seines Schaffens. Doch der Film will mehr: Er versucht, in die innere Welt des Dichters einzudringen und sie mit Paradschanows eigener poetischer Vision zu verweben.
Filmhistoriker Ulrich Gregor schrieb einst:
„Der Reichtum der optischen und akustischen Partitur, die symbolischen Gestalten, die assoziative Montage – all das eröffnet neue Möglichkeiten poetischer filmischer Ausdruckskraft.“
Paradschanows Komposition aus starken Bildern, intensiver Symbolik und der Poesie Sayat Novas wird zu einer immersiven Reise in die christlich-orientalische Kultur Armeniens.
Ein hypnotischer Kunstfilm, streng komponiert, zutiefst poetisch – und ein wahrer Augenschmaus für alle, die Kino als visuelles Erlebnis lieben.
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