Ihre große Bedeutung für die deutsche Nachkriegsliteratur ist unbestritten, doch ist sie – im Unterschied zu ihrer Freundin Ingeborg Bachmann – bis heute eine Außenseiterin geblieben: wenig gelesen und noch weniger verstanden.
Das mag an ihrer hermetischen Sprachkunst liegen, die mit ihren Chiffren, absoluten Metaphern und verknappten Sätzen zu Aichingers eigentlichem Wunschbild, einer Poetik des Schweigens, tendiert. Alle Schwellenängste sind aber unberechtigt. Denn wer sich auf die Lyrik und Prosa dieser Autorin näher einlässt, wie das in unserem Porträt geschehen soll, wird mit der Freude an der Genauigkeit und Feinheit sprachlicher Nuancierungen überreich belohnt.
Die Literarische Matinee ist eine Besonderheit in Ansbach und erfreut sich großer Beliebtheit: Dr. Gunnar Och, bis 2020 Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, bestreitet den thematisch-wissenschaftlichen Vortrag. Die primären Texte liest der Sprecher und Literaturwissenschaftler Dr. Christoph Grube. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der TU Chemnitz und hat bereits Hörbücher produziert und eingesprochen.