Eine Ausstellung über Leerstellen, Bohrungen, Material- und Grenzerkundungen.
Martin Bruno Schmids Kunst hinterfragt in seiner Kunst gegebene Materialien und Strukturen auf ihre Beschaffenheit und die damit einhergehenden Gestaltungsmöglichkeiten. Sein Ansatz ist dabei meist substraktiver Art: Er durchbohrt, schleift ab oder perforiert und schafft so neue ästhetische Perspektiven auf vermeintlich Vertrautes.
Oftmals ist der Materialeinsatz minimal, die Ergebnisse jedoch verblüffend. Für seine Werkserie „Bleistiftspitze in Papier“ braucht es nicht mehr als ein Blatt Papier und einen Bleistift. Mit dessen Spitze durchbohrt Schmid den Untergrund, sodass tausendfach Punkte, Löcher und reliefhafte Vertiefungen entstehen. Der glatte Papierbogen wird dadurch plastisch und ist nicht länger nur Träger einer Komposition, sondern wird selbst zum Werk.
Für „Facepeelings“ nutzt der Stuttgarter Künstler Hochglanzmagazine, dessen Oberflächen er solange poliert bis die darauf abgebildeten Models, Titelgeschichten und Produkte nicht mehr zu sehen sind und das Papier wieder nahezu weiß ist.
Schmid macht hier sowie auch in zahlreichen anderen Arbeiten die Leerstelle zum Thema. Diese ist auch zentral für eine fortlaufende Serie von Wandarbeiten, bei denen der Künstler an der Stelle von bekannten Kunstwerken exakt deren Größe direkt aus den Stellwänden ausschneidet. Der Ausschnitt verweist zum einen auf das nicht mehr zu sehende Werk, macht durch die Leerstelle gleichsam aber auch die Museumswand und damit die institutionellen Bedingungen des Museumsbetriebs sichtbar.
Im Kunstmuseum Heidenheim realisiert Schmid die bisher größte dieser Interventionen und tritt dadurch in einen Dialog mit der aktuell notwendigerweise eingelagerten Picasso-Sammlung des Museums.