Zum Museumsfest anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Holzschnitt Museums Klaus Herzer und zur Eröffnung der Sonderausstellung "Die Welt vermessen", Holzschnitte, Metalldrucke, Monotypien.
Gegenständlichkeit und Abstraktion verweben sich im bildkünstlerischen Werk von Klaus Herzer. Die geometrischen Grundformen einer Kreisscheibe etwa können als Himmelskörper – Sonne oder Mond – gelesen werden, die einer spitz nach oben weisenden Dreiecksfläche ebenso als aufragender Berggipfel, im Wind straff aufgeblähtes Segel, schneebedecktes Hausdach oder als archaische Pyramidenarchitektur. Die sich vom linken zum rechten Darstellungsrand im Querformat erstreckende Linie erweckt unwillkürlich die Anmutung eines Landschaftshorizontes. Im Druckprozess überträgt die organisch gewachsene Maserung des Holzstocks ihren natureigenen Aufbau auf das Papier. Fein aufeinander abgestimmte Farbfeldkompositionen vermitteln den Eindruck vom Menschen bewirtschafteter Kulturlandschaften. Anhand dieser Erforschung visueller Grundstrukturen sorgen so die Holzschnitte, Metalldrucke und Monotypien Klaus Herzers für eine Kartierung der sichtbaren Welt und fordern zu universalen Wahrnehmungen heraus. co