Ein Notruf, der nicht gehört wird, ein Theaterabend, der nicht schweigt – das ist die Motivation, für die Stadt Rottenburg am Neckar diese aufwühlende Theaterproduktion in die Zehntscheuer zu holen.
Rottenburg ist seit 2019 erklärter Sicherer Hafen und Gründungsmitglied im gleichnamigen bundesweiten Städtebündnis.
Basierend auf Originaldokumenten, Funkprotokollen und eigens geführten Interviews erzählt der Abend von den Strukturen, Entscheidungen und Verhinderungen, die Europas Umgang mit Flucht und Seenot prägen.
Im Zentrum stehen die Stimmen von Menschen, die überlebt haben. Ihre Erzählungen, ergänzt durch Erfahrungsberichte von KapitänInnen und ÄrztInnen, machen sichtbar, was sonst verdrängt wird: die politische Dimension des Sterbens im Mittelmeer.
„See not rescue“ schweigt nicht – und das ganz bewusst während der Interkulturellen Woche.
Wie kann es so weit kommen, dass Tausende Männer, Frauen und Kinder im Mittelmeer ertrinken? Dass auf dem Meer Menschen in Not von Drohnen beobachtet und dennoch nicht gerettet werden?
Hayan Amer, einer der drei SchauspielerInnen, überlebte die Überfahrt in einem Schlauchboot. Auch Zahra erzählt ihre Geschichte im gefilmten Interview. Sie beziehen Stellung. Die für manche „beängstigende Masse“ bekommt ein Gesicht.