Ausgangspunkt des Dokumentarfilms "Spuren nach Grafeneck" ist das Straßentheaterstück: "Hierbleiben … Spuren nach Grafeneck".
Das Enrico Urbanek mit dem inklusiven Ensemble des Theaters Reutlingen Die Tonne erarbeitet und 2020/21 in 25 Orten Baden-Württembergs aufgeführt hat.
In Grafeneck, im Landkreis Reutlingen, ermordeten Nationalsozialisten 1940 insgesamt 10.654 Menschen, die unter den Begriff "lebensunwert" fielen, in einer Gaskammer. Die Opfer kamen aus ganz Deutschland, denn Grafeneck war Teil eines Pilotprojektes. Hier erprobten die Nationalsozialisten das systematische, industrielle Töten zum ersten Mal, bevor es später im großen Ausmaß in Ausschwitz und in anderen Lagern angewendet wurde.
Die Regisseurinnen Nora Mazurek und Yvonne Lachmann begleiteten die inklusive Gruppe des Theaters Reutlingen über zwei Jahre mit der Kamera bei der Entstehung und Aufführung des Straßentheaterstücks. Dabei gibt der Film zugleich tiefe Einblicke in das Leben von Seyyah Inal, Anne-Kathrin Killguss, Santiago Österle und Gabriele Wermeling.
Die Darsteller*innen erleben in der Auseinandersetzung mit dem Thema, wie ihr Schicksal vor circa 80 Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgesehen hätte. Ausgelöst durch die Beschäftigung mit Grafeneck stellen sich für sie Fragen nach ihrer gesellschaftlichen Anerkennung im Hier und Heute, nach der Wertschätzung ihrer Arbeit bis hin zur Position in der eigenen Familie.
Der Film ist eine Koproduktion der Hochschule der Bildenden Künste Saar und der Kunsthochschule für Medien Köln und in Zusammenarbeit mit dem Theater Reutlingen entstanden.
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