cGleichzeitig schreibt Adorno 1949 sein berühmtes Diktum: »Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch«. Celan lebt zwar in Frankreich, die deutsche Sprache will er jedoch nicht aufgeben. Dafür wird er anerkannt, nicht verstanden und angegriffen. Ein Leben lang sucht er nach Sprache: Besonders eindrücklich ist seine Rede »Der Meridian«, die er anlässlich der Verleihung des Büchner-Preises 1960 hält. Sie kann als poetologischer Schlüsseltext gelesen werden, dessen Titel auf einen Satz von Nelly Sachs in einem Brief an Celan zurückgeht: »Zwischen Paris und Stockholm läuft der Meridian des Schmerzes«. Seine Gedichte versteht er immer als Flaschenpost – die Adressat:innen sind ungewiss
Ulrike Draesner, John von Düffel
Paul Celan: Mit wechsendem Schlüssel
Literaturhaus Stuttgart Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart
Vorträge & Lesungen