Die Grabowskis haben einen Beruf, über den die meisten Menschen lieber nicht allzu viel nachdenken: Sie sind Totengräber. Doch wenn Jens Heckermann, James Geier und Thomas Weber gemeinsam auf der Bühne stehen, geht es keineswegs still und ernst zu. Im Gegenteil: Die drei verwandeln ein eigentlich schweres Thema in einen Abend voller schwarzem Humor, Musik, Sprachwitz und überraschend tiefgründiger Momente. Ihre Geschichten spielen dort, wo andere Menschen Abschied nehmen. Nach getaner Arbeit kehren die Grabowskis gewissermaßen die Perspektive um und machen aus dem Friedhof eine Bühne. Mit Liedern und Geschichten erzählen sie von ihrem ungewöhnlichen Alltag, von frechen Witwen, kalten Knochen und den kleinen Absurditäten rund um das Thema Tod. Dabei gehen sie bewusst mit Pietät und Tabus um, allerdings immer mit einem Augenzwinkern und ohne den Respekt vor ihrem Thema zu verlieren. Musikalisch und komödiantisch bringt das Trio jede Menge Bühnenerfahrung mit. Jens Heckermann, bekannt als »Pelvis« aus der A-cappella-Gruppe Füenf, steht für enorme stimmliche Präsenz und musikalische Vielseitigkeit. James Geier, Mitglied des Comedytrios Backblech, überzeugt mit musikalischem Können und sicherem Gespür für Timing. Thomas Weber, Gründer des Theaters KABIriNETT, ergänzt das Ensemble mit pointiertem Wortwitz und seiner unverwechselbaren Fistelstimme.
Gerade die unterschiedlichen Talente machen den besonderen Reiz der Grabowskis aus. Mal steht der Gesang im Mittelpunkt, mal eine skurrile Geschichte oder eine überraschende Pointe. Zwischen den einzelnen Nummern entwickeln sich Situationen, die ebenso komisch wie unerwartet sein können. Dabei wechseln sich musikalische Passagen mit erzählerischen Momenten ab. Der Humor der Grabowskis ist rabenschwarz, aber keineswegs kalt. Hinter den makabren Geschichten steckt eine große Portion Herzenswärme. Die drei Künstler nehmen nicht nur den Tod aufs Korn, sondern auch menschliche Eigenheiten, gesellschaftliche Konventionen und den oft unbeholfenen Umgang mit einem Thema, das zum Leben dazugehört. Gerade daraus entstehen Momente, die zum Nachdenken anregen. So bewegen sich die Grabowskis spielerisch zwischen Comedy, Konzert und Erzähltheater. Ihre Show ist laut und leise, derb und fein, grotesk und manchmal sogar philosophisch. Dabei gelingt es dem Trio, ausgerechnet rund um das Thema Tod einen Abend über das Leben zu gestalten. Wer schwarzen Humor und ungewöhnliche Bühnenkonzepte mag, bekommt bei den Grabowskis eine besondere Mischung geboten: Lieder über das Ableben, Geschichten aus dem Alltag der Totengräber und jede Menge Wortspiele, bei denen die Grenzen zwischen Pietät und Pointe bewusst ausgelotet werden.
Das Ensemble
Jens Hinrich Grabowski (Jens Heckermann): Der älteste der drei Brüder. Ein rebellischer Kauz. Wild, ursprünglich und ungezügelt.
Jakob Bartholomäus Grabowski (James Geier): Der mittlere Bruder. Träumer und Visionär,der gelegentlich das Arbeiten vergisst.
Thomas Aquinius Grabowski (Thomas Weber): Der Juniorchef der Truppe. Als konservativer Anarchist wünscht er sich nur eines: Einen Bagger.
Die Grabowskis, Sa. 31. Oktober, 20 Uhr, Uditorium, Uhingen, c2concerts.de