Die kommende Spielzeit 2026/2027 fällt in turbulentere Zeiten: Mit dem Spielzeitmotto »Es ist was wa(h)r« greift das Theater der Stadt Aalen diesen Zeitgeist auf und richtet den Blick auf zwei zentrale Aspekte: die Fragen nach Wahrheit und Faktizität, sowie auf die Bedeutung des Blicks zurück in die Vergangenheit. Die Macht der Fakten scheint auf dem Rückzug zu sein. Falschbehauptungen, Fake-News und Verdrehungen gewinnen an Kraft und sie gewinnen mittlerweile Wahlen. Das Theater zeigt, wie Wahrheit mittels Fiktion entstehen kann, und positioniert sich auf Seiten der Wahrhaftigkeit. Gleichzeitig erinnert das Spielzeitmotto daran, wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Es darf nicht vergessen werden, was war: um daraus zu lernen, darüber ins Gespräch zu kommen, Gemeinsamkeiten für eine Stadtgesellschaft zu finden und ein besseres Morgen zu gestalten. »Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar«, schreibt Ingeborg Bachmann am 17. März 1959. Wenn der Mensch sie findet, gilt es, ihr auch im Zeitalter von KI und Trump entgegenzutreten. Gleichzeitig begibt sich das Theater auf die Suche nach der Wahrheit, nach Werten, auf die sich eine Gesellschaft verständigen kann, sowie nach Haltung und Integrität. Dabei geht es um die Arbeit an einem gemeinsamen Narrativ der Stadtgesellschaft: an der Erzählung, wer wir sind, was wir wollen und wie die Zukunft gestaltet werden kann.
Dieser Anspruch spiegelt sich auch in den Premieren der Spielzeit wieder. »Frederick« von Leo Lionni zeigt Kindern und Erwachsenen, dass Geschichten zum Überwintern genauso wichtig sind wie Essen und Trinken. »Don Quijote« erzählt, wie Träume und Geschichten dabei helfen können, mit dem Leben zurechtzukommen. »Arendt« führt in das dunkelste Kapitel der deutschen Vergangenheit und zeigt, wie Denken den Weg zum Licht weisen kann. Im Weihnachtsstück »Gangsta-Oma« wird deutlich, wie sehr die eigene Perspektive das Urteil über Menschen und ihre Taten prägt. In »Die Stimme des Mondes« verändert sich der Blick einer Frau auf den besten Freund ihres Sohnes. »The Show Must Go On« überwindet Vorurteile im Flug und mit dem Schwung stadionfüllender Hits von Freddie Mercury. Die leise Poesie von »Mascha Kaléko« verzaubert im Park von Schloss Fachsenfeld durch die Stärke ihrer Worte. »Oh mein Gott!« bringt Gott zum Psychologen, der seine Depression in einer einzigen Sitzung heilen soll, damit er sein eigenes Werk nicht zerstört. Mit viel Schalk richtet die Inszenierung den Blick auf das Alte Testament.
Die Spielzeit lädt dazu ein, über die Zumutungen des Lebens zu lachen, den Erschütterungen der eigenen Wahrheit mit Mut zu begegnen und nicht vorschnell zu urteilen. Stattdessen eröffnet das Theater Räume für die vielen Perspektiven, die eine Gemeinschaft bereithält.
Die Spielzeit Premieren
So. 27. September, 15 Uhr: Frederick, Altes Rathaus
Sa. 3. Oktober, 20 Uhr, Don Quijote (UA), KUBAA
Sa. 7. November, 20 Uhr: Arendt, Altes Rathaus
Fr. 13. November, 10 Uhr: Gangsta-Oma, KUBAA
Freitag, 8. Januar, 20 Uhr: Die Stimme des Mondes (UA), Altes Rathaus
Sa. 27. Februar 2027, 20 Uhr: The Show Must Go On, KUBAA
Sa. 8. Mai 2027, 19 Uhr: Kaléko im Park, Schloss Fachsenfeld
Sa. 19. Juni 2027, 20 Uhr: Oh mein Gott!, Schloss Wasseralfingen
alle weiteren Veranstaltungstermine, Infos & Tickets: www.theateraalen.de