40 Jahre Hohenloher Kultursommer – und was schenkt sich ein Musikfestival zur 40. Saison? Natürlich ein Stück Musik. Wie schon im letzten Jahr steuert der Komponist Andreas Begert auch 2026 wieder ein eigens für den Anlass komponiertes Stück bei. Am 6. Juni findet das Eröffnungskonzert der diesjährigen Saison im Rittersaal auf Schloss Neuenstein statt, in dessen Rahmen kommt das »Geburtstagsstück« zur Uraufführung. Zusätzlich werden auch Bachs Brandenburgisches Konzert Nr. 3, das Mozart-Duo für Violine und Viola KV 423 sowie die bezaubernde, melodienreiche Streicherserenade op. 22 von Antonín Dvořák gespielt. »Ich habe mich bewusst dafür entschieden, den Aufführungsort musikalisch in das Werk einzubeziehen«, erläutert Andreas Begert sein Vorgehen. »Da die Uraufführung im Schloss Neuenstein stattfindet, greift das Stück den Mythos von Mittelalter, Rittertum und Schlosskultur auf und trägt den Titel »Die Legende des guten Ritters«. Dem Charakter eines Jubiläumswerks entsprechend spielt das Feierliche eine zentrale Rolle – etwa in Form von Fanfaren und festlichen Klanggesten. Gleichzeitig war es mir wichtig, eine größere inhaltliche Tiefe zu entwickeln: eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, aber auch zwischen unterschiedlichen menschlichen Charakteren und inneren Spannungen.« Solistinnen des Eröffnungskonzertes sind Rebekka Hartmann (Violine) und Hiyoli Togawa (Viola) – ein Umstand, der von Anfang an zentraler Bestandteil des kompositorischen Denkens war. »Ein Doppelkonzert lebt nicht nur von zwei Solostimmen, sondern von der Beziehung zwischen ihnen«, beschreibt Andreas Begert sein Vorgehen. »Mich hat besonders interessiert, unterschiedliche musikalische Charaktere hörbar zu machen, ohne sie gegeneinander auszuspielen. Vielmehr entsteht eine Art Spannungsfeld, in dem sich beide Instrumente gegenseitig beeinflussen, ergänzen und auch herausfordern. Die individuellen künstlerischen Profile der beiden Solistinnen sind dabei bewusst in die Ausgestaltung der Soloparts eingeflossen.« Andreas Begert freut sich, dieses Jahr wieder Teil des Hohenloher Kultursommers zu sein, nachdem er bereits 2025 sehr gute Erfahrungen mit der Aufführung seiner Komposition auf Schloss Neuenstein machen konnte. »Bereits damals entstand der Gedanke, dass dieser Raum ein idealer Ausgangspunkt für ein neues Werk sein könnte. Diese Erinnerung an den Ort sowie an die dort getroffenen Menschen hat den kompositorischen Prozess nachhaltig geprägt. Ohne diese erste Erfahrung wäre ein anderes Stück entstanden – in diesem Sinne ist das aktuelle Doppelkonzert eng mit dem Ort und seiner Geschichte verbunden. Das Doppelkonzert versteht sich daher auch als ein persönliches musikalisches Statement – eine Hommage an zwischenmenschliche Verbundenheit, an Dialog und an die Idee von Frieden und Verständigung.«
Andreas Begert, Jahrgang 1990 ist ein deutscher Komponist zeitgenössischer klassischer Musik mit Wohnsitz im Raum München. Sein künstlerischer Schwerpunkt liegt auf Werken für Orchester, Chor und Bühne, die durch groß angelegte -erzählerische Strukturen sowie die Verbindung traditioneller Elemente mit moderner Klangsprache geprägt sind.
Ein Konzert für Hohenlohe: Jubiläumseröffnungskonzert des Hohenloher Kultursommers, Sa. 6. Juni, 19 Uhr, Rittersaal, Schloss Neuenstein, www.hohenloher-kultursommer.de
