Er ist eine Ikone des deutschen Schlagers und Volkslieds: Heino gilt als »Stimme der Heimat« und zählt zu den erfolgreichsten Interpreten im deutschsprachigen Raum. Seit mehr als sechs Jahrzehnten begeistert er Generationen von Fans. Mit seiner markanten Bariton-Stimme, den blonden Haaren und der dunklen Sonnenbrille schuf er ein unverwechselbares Markenzeichen. Lieder wie »Blau blüht der Enzian«, »Caramba, Caracho«, »Die schwarze Barbara« oder »Schwarzbraun ist die Haselnuss« sind längst musikalisches Kulturgut und werden bis heute begeistert mitgesungen. Über 1.200 aufgenommene Titel und mehr als 55 Millionen verkaufte Solo-Alben sprechen für sich. Auf unzähligen Tourneen führte ihn sein Weg rund um den Globus – von Amerika über Kanada und Afrika bis nach Australien und China. Zahlreiche Gold- und Platinauszeichnungen dokumentieren seinen außergewöhnlichen Erfolg. Dabei blieb sein Credo stets gleich: Bescheidenheit und Fleiß. Vor allem aber hielt er dem deutschen Liedgut und seiner Heimat immer die Treue.
Geboren wurde Heino am 13. Dezember 1938 in Düsseldorf-Oberbilk. Seine Kindheit war von Krieg, Verlust und Entbehrung geprägt. Der frühe Tod des Vaters und die harten Nachkriegsjahre hinterließen Spuren. Seine Mutter Franziska arbeitete unermüdlich, um ihren Kindern eine Perspektive zu geben – und ermöglichte ihm sogar ein heiß ersehntes Akkordeon. Dennoch erlernte er zunächst auf Wunsch der Familie einen soliden Beruf und absolvierte eine Bäcker- und Konditorlehre. Sein Talent blieb jedoch nicht unbemerkt: »Du kannst besser singen als backen«, soll sein Meister gesagt haben. 1996 eröffnete Heino später das legendäre Rathauscafé in Bad Münstereifel.
Der musikalische Durchbruch gelang ihm in den 1960er-Jahren, nachdem ihn Ralf Bendix entdeckte. Mit »Jenseits des Tales« startete er eine beeindruckende Karriere – und das mitten in der Beat-Ära. Trotz Kritik und Boykotten blieb er unbeirrt. Seine Fans hielten ihm die Treue. Immer wieder bewies Heino Mut zur Veränderung: 1988 überraschte er mit dem »Enzian-Rap«, 2008 interpretierte er auf »Es ist nie zu spät« klassische Kompositionen von Mozart bis Tschaikowsky. 2009 erfüllte er seiner Frau Hannelore mit der Kirchenkonzert-Tournee »Die Himmel rühmen« einen Herzenswunsch. 2013 sorgte er mit dem Rock-Album »Mit freundlichen Grüßen« für Furore und erreichte neue Publikumsschichten. Später folgte »Schwarz blüht der Enzian« im rockigen Sound. Auch als Juror bei Deutschland sucht den Superstar zeigte er 2015 seine Vielseitigkeit. Selbst dem Fußball widmete er ein eigenes Album. Ans Aufhören denkt Heino bis heute nicht: Solange seine Stimme trägt, will er für sein Publikum singen – treu, leidenschaftlich und unverwechselbar.
Heino, Mi. 4. März, 18 Uhr, CCS Schwäbisch Gmünd, www.ccs-gd.de