Mit seiner charismatischen Stimme, seiner unbändigen Energie und einem Gespür für große Momente hat Sam Budja die größten Bühnen Europas erobert. Jetzt präsentiert der vom Rock‘n‘Roller zum Geschichtenerzähler der Neuzeit gewandelte Frontmann der Baseballs sein neues Solo-Projekt in Stuttgart. Im MORITZ-Interview spricht er über persönliche Krisen, musikalische Einflüsse und die Frage, wie Elvis heute klingen würde.
Man kennt dich vor allem als Sänger der Baseballs. Warum hast du dich für ein Solo-Projekt entschieden?
Im nächsten Jahr feiern wir mit den Baseballs unser 20-jähriges Bestehen, darauf freue ich mich sehr. Gleichzeitig habe ich schon lange den Wunsch, auch einmal solo auf der Bühne zu stehen. Nach einem Bandscheibenvorfall und dem Tod meiner Mutter im Jahr 2013 bin ich in ein tiefes Loch gefallen. In dieser Zeit ist der Wunsch entstanden, meine eigene Geschichte auch musikalisch zu erzählen. Seit 2015 arbeite ich an meinen persönlichen Songs, und jetzt fühlt es sich richtig an, sie live zu präsentieren.
Welche Geschichten erzählen deine Songs?
Ein gutes Beispiel ist meine erste Solo-Single »1000 Worte«. Schon ihre Entstehung war besonders: 2017 habe ich in Metzingen meinen Produzenten Udo Rinklin kennengelernt. Eigentlich wollten wir eine schnelle Rocknummer schreiben. Zu der Zeit bin ich gerade zum ersten Mal Vater geworden, und er befand sich in einer schwierigen Lebensphase. Wir haben uns sofort verstanden und sehr persönliche Gespräche geführt. Irgendwann sagte ich: »Wir reden heute so viel, aber oft ohne echten Inhalt. Was würden wir sagen, wenn uns nur noch 1000 Worte blieben?« Udo schaute mich an und meinte: »Genau darüber schreiben wir jetzt einen Song.« Diese Anekdote beschreibt ganz gut, wie ich Musik sehe: Sie begleitet uns durch Höhen und Tiefen. Meine Songs sollen Freude vermitteln, aber auch in schwierigen Momenten Halt geben.
Deinem großen Idol Elvis bleibst du musikalisch treu. Was fasziniert dich an seiner Musik?
Meine musikalische DNA ist nach wie vor stark von Elvis geprägt. Heute wirkt seine Musik vielleicht retro, aber damals war sie revolutionär. Er hat den ersten Soundtrack für die junge Generation geschaffen und war unglaublich innovativ. Elvis hatte ein enormes stilistisches Spektrum von Country über Schlager und Gospel bis hin zu Rockabilly. Beim Schreiben meiner eigenen Songs hat mich vor allem eine Frage beschäftigt: Wie würde Elvis heute klingen? Daher mache ich meine Musik, ohne mich bewusst in ein Genre einzuordnen.
Wie können sich die Zuschauer deinen Auftritt im Im Wizemann vorstellen?
Das Publikum kann sich auf einen sehr persönlichen Abend freuen. Ich werde meine eigene künstlerische Bandbreite zeigen mit meinen Songs, aber auch mit ausgewählten Klassikern von Elvis, Dean Martin, Frank Sinatra und natürlich auch Baseballs-Titeln. Begleitet werde ich von vielen langjährigen Freunden und einem kleinen Orchester mit Oboe, Posaune und Geige. Es wird eine abwechslungsreiche musikalische Reise, die emotional, nostalgisch und gleichzeitig sehr nahbar ist.
Sam Budja, Mo. 17. Mai 2027 (Konzert verlegt), 20 Uhr, Im Wizemann, Stuttgart, www.musiccircus.de