Im Jahr 1770 wurde der Heilbronner Pferdemarkt gegründet und hat in all den Jahren zwar den Charakter gewandelt und die Plätze gewechselt, jedoch nichts an Zugkraft eingebüßt. Standen einst die schwergewichtigen Ochsen im Vordergrund so stehen heute vor allem die Ponys als Paten für den noch heute namensgebenden Titel als Auftakt der Open-Air-Saison.
So besteht er in der heutigen Form seit 1927 und ist seit über 100 Jahren in der Innenstadt platziert. Gäste, die in der Innenstadt nach Pferden suchten, fanden diese in der Ponyreitbahn oder als pflegeleichtes Tier in Form von Schaukelpferden oder als Luftballon.
Bei einem Bummel durch die über zwei Kilometer langen Budenstraßen konnten täglich Zehntausende von Besuchern zahlreiche Neuheiten entdecken und sich wieder einmal mit bewährten Artikeln bei ihren Stammbeschickern eindecken. Insgesamt ca. 100.000 Besucher zog der diesjährige Pferdemarkt in den Bann.
Dabei gab es vor allem am Sonntag bei Sonnenschein zeitweise Stop and Go, wie dies zu guten Pferdemarktzeiten üblich ist.
Dass dabei traditionell die „heiße Rote Wurst“, ein Viertele oder ein Bier dazugehört, ist für viele Gäste beim Rundgang unabdingbar.
Gut umlagert war auch der Vergnügungspark, wo sich die jüngsten Pferdemarktbesucher vor allem auf dem Rücken der Ponys wohl fühlten.
Am Montag stieg dann das Finale des diesjährigen Pferdemarktes.
Die zahlreichen Marktschreier hatten dabei die letzte Gelegenheit mit deftigen Sprüchen ihre Produkte anzupreisen bis nächstes Jahr im Februar eine Neuauflage in der über 240-jährigen Pferdemarkts-Geschichte steigt.
Bei der Pferdeprämierung am Samstag und Sonntag in den Reitanlagen des Reiterverein Heilbronn wurden von der fachkundigen Jury 178 Pferde mit einem 1. Preis und 6 Pferde mit einem 2. Preis ausgezeichnet.
Insgesamt wurden 6.935,- Euro an Preisgeldern von der Heilbronn Marketing GmbH ausgezahlt, die für die Pferdezucht gut angelegt sind.
Bei der Prämierung wurde erneut eine insgesamt gestiegene Qualität und ein sehr guter Durschnitt der vorgestellten Pferde von der fachkundigen Jury unter der Regie von Werner Ebert und Marina Kissinger vom Pferdezuchtverein Heilbronn festgestellt. Die Jury hatte dabei die Qual der Wahl bei der Auswahl der vier Ehrenpreise.
Nicht nur die Jury war begeistert, dass zahlreiche Ponys von Kindern gekonnt vorgestellt worden sind und sich allgemein die Qualität der vorgestellten Pferde weiterhin gesteigert hat. Für die Heilbronn Marketing GmbH bereits seit Jahrzehnten eine Selbstverständlichkeit, aber für viele Pferdebesitzer landesweit immer noch ein Novum: ein Zeitplan für die Vorstellung der Pferde, der kurze Wartezeiten garantiert, gleichzeitig auch die Parkprobleme der Anhängerfahrzeuge bei den Reitanlagen in Grenzen hält, die für die Prämierung ein Dach über den Kopf bietet.
Freuen konnten sich vier Pferdebesitzer, die am Montag 12:30 im Wilhelm-Maybach-Saal des Konzert- und Kongresszentrum Harmonie einen Ehrenpreis in der Form eines Zinntellers mit einem eingesetzten Viehmarktstaler der Stadt Heilbronn aus dem Jahr 1770 von Oberbürgermeister Harry Mergel entgegennehmen durften.
Dies waren:
- In der Kategorie „Reit- und Gebrauchspferd“ :
Schwarzwälder Kaltblut (Wallach), "Michl",
von Dietmar Soulier aus Ölbronn
- In der Kategorie „Reit- und Gebrauchspony“:
Island Pony (Wallach) "Smyrill",
von Ute Lang aus Pfedelbach
- In der Kategorie „Zuchtpferde“:
Württemberger Stute "Cadela B" von Dieter Boger aus Schwaigern
- In der Kategorie „Zuchtpony“:
Welsh Cob Stute "Hölderlins Gwyneth" von Ursula Schreckenhöfer aus Lauffen
Den traditionellen Ausklang mit dem Schlachtplattenessen durch Harmonie Pächter Marcel Küffner umrahmte musikalisch die Kapelle Sontheims trollige Lemberger.