Dass die Energiewende in Deutschland voranschreitet, lässt sich nicht nur an den großen Windparks oder Solarflächen erkennen. Auch private Haushalte tragen mittlerweile dazu bei, den Anteil erneuerbarer Energien auszubauen.
In Mecklenburg-Vorpommern wird das besonders deutlich: Das Bundesland gehört schon seit Jahren zu den Vorreitern, wenn es um den Ausbau regenerativer Energien geht. Neben der Windkraft wird dabei vor allem die Stromerzeugung auf Wohngebäuden zunehmend wichtiger. Immer mehr Eigentümer beschäftigen sich mit der Frage, wie sich selbst erzeugter Strom sinnvoll nutzen und der eigene Energieverbrauch langfristig senken lässt.
Einfacher Einstieg mit Photovoltaik
Für viele Hausbesitzer beginnt der Weg zu nachhaltiger Energie mit einer Photovoltaikanlage. Sie erzeugt Strom direkt dort, wo er benötigt wird. Dank ihr lässt sich zumindest ein Teil des Haushalts unabhängiger von den schwankenden Strompreisen mit Energie versorgen.
Ob sich die Installation einer Anlage lohnt, hängt unter anderem von der verfügbaren Dachfläche, der Ausrichtung und dem persönlichen Stromverbrauch ab. Diejenigen, die ihren Solarstrom noch effizienter nutzen möchten, haben die Möglichkeit, einen Batteriespeicher anzuschaffen.
Dank diesem wird die überschüssige Energie nicht sofort ins öffentliche Netz eingespeist, sondern kann zu einem späteren Zeitpunkt im eigenen Haushalt verwendet werden. So kann insbesondere in den Abendstunden ein größerer Anteil des selbst erzeugten Stroms genutzt werden.
Mecklenburg-Vorpommern bietet gute Voraussetzungen
Obwohl Mecklenburg-Vorpommern weiter nördlich liegt als viele andere Regionen Deutschlands, eignet sich das Bundesland gut für die Nutzung von Photovoltaik. Denn: Ausschlaggebend ist nicht die Zahl besonders heißer Sommertage, sondern die jährliche Sonneneinstrahlung über das gesamte Jahr hinweg. Moderne Anlagen arbeiten zudem auch bei bedecktem Himmel effizient und erzeugen selbst dann noch Strom, wenn die direkte Sonneneinstrahlung geringer ausfällt.
In vielen Städten und Gemeinden entstehen deshalb schon seit einiger Zeit immer mehr Anlagen auf Ein- und Zweifamilienhäusern. Das Potenzial ist jedoch nach wie vor groß, denn zahlreiche geeignete Dachflächen werden noch nicht genutzt. Jede neu installierte Anlage trägt dazu bei, Strom dezentral zu erzeugen und ergänzt damit die Transportwege im Energiesystem.
Thema Eigenverbrauch gewinnt an Bedeutung
Geht es um Photovoltaik, wurde früher vor allem über die Einspeisung ins öffentliche Stromnetz gesprochen. Heute spielt dagegen der Eigenverbrauch eine größere Rolle.
Die Haushalte können ihren erzeugten Strom beispielsweise für den Betrieb von Haushaltsgeräten, Wärmepumpen oder das Laden eines Elektroautos nutzen. Sie müssen dadurch weniger Netzstrom beziehen − sofern die Energie zum passenden Zeitpunkt zur Verfügung steht.
Welche konkrete Lösung wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt immer von den Gegebenheiten des Gebäudes und vom individuellen Verbrauchsverhalten ab. Deshalb empfiehlt sich vor einer Investition eine sorgfältige Planung, bei der sowohl die technischen als auch die wirtschaftlichen Aspekte berücksichtigt werden.
Die Wirkung geht über das eigene Haus hinaus
Private Haushalte leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Jede zusätzliche Photovoltaikanlage erhöht den Anteil von erneuerbarem Strom und unterstützt den schrittweisen Umbau des Energiesystems. Darüber hinaus profitieren die Eigentümer:innen davon, einen Teil ihres Strombedarfs selbst decken zu können.
Für Mecklenburg-Vorpommern geht mit dieser Entwicklung nicht nur der Ausbau einer einzelnen Technologie einher. Sie zeigt, dass die Energiewende nicht ausschließlich durch große Infrastrukturprojekte vorangetrieben wird. Viele kleine Entscheidungen auf privaten Grundstücken tragen ebenfalls dazu bei, den Wandel langfristig zu unterstützen.