Für die Landtagswahl 2026 treten prominente Spitzenkandidaten an: Manuel Hagel (CDU) will nach 15 Jahren die Regierung zurückerobern, Cem Özdemir (Grüne) folgt auf Kretschmann, Markus Frohnmaier (AfD) kämpft um das Amt des Ministerpräsidenten. SPD, FDP und Linke setzen auf erfahrene und neue Gesichter.
Die Spitzenkandidaten*
* Anordnung nach Wahlprognose von Infratest dimap vom 22.1.2026: CDU 29%, GRÜNE 23%, AfD 20%, SPD 8%, Die Linke 7%, FDP 5%
Foto: Marcel Ditrich
Manuel Hagel (CDU)
Manuel Hagel ist seit 2023 Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg und erstmals Spitzenkandidat seiner Partei. Der 1988 in Ehingen geborene Politiker soll die CDU nach 15 Jahren zurück an die Regierung führen. Hagel kündigte eine »Agenda 2036« mit Fokus auf Wirtschaft, Bürokratieabbau, Forschung und Familie an. Er gilt als Vertreter des konservativen Flügels und pflegt enge Kontakte zur Bundespartei. Seit 2016 sitzt Hagel im Landtag, war CDU-Generalsekretär, Fraktionsvorsitzender und zuvor Sparkassen-Filialdirektor.
Foto: Verena Müller
Özdemir Zuschnitt 2
Cem Özdemir (Grüne)
Cem Özdemir ist seit über 40 Jahren Mitglied der Grünen. Mit dem Wechsel in die Landespolitik beendet der Vertreter des Realo-Flügels seine bundespolitische Karriere, zuletzt war er Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft. Özdemir wurde 1965 in Bad Urach geboren und trat mit 16 Jahren den Grünen bei. 1994 zog er als erster Abgeordneter mit türkischen Wurzeln in den Bundestag ein. Von 2008 bis 2018 war er Bundesvorsitzender der Grünen, 2021 gewann er das Direktmandat in Stuttgart. Er tritt in die Fußstapfen von Winfried Kretschmann.
Markus Frohnmaier (AfD)
Markus Frohnmaier kandidiert ausschließlich für das Amt des Regierungschefs und nicht für ein Landtagsmandat. Seine Chancen gelten als gering. Frohnmaier ist seit 2022 Co-Landesvorsitzender der AfD Baden-Württemberg. Der 1991 in Rumänien geborene Politiker sitzt seit 2017 im Bundestag, ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender und gilt als Vertreter des rechten Parteiflügels. Seine politischen Schwerpunkte sind eine restriktive Migrationspolitik, Ablehnung von Klimaschutzmaßnahmen und eine russlandfreundliche Außenpolitik.
Fionn Große
Andreas Stoch (SPD)
Andreas Stoch tritt 2026 zum zweiten Mal als Spitzenkandidat der SPD Baden-Württemberg an. Seine Schwerpunkte sind Wirtschaft, Bildung und bezahlbarer Wohnraum. Nach dem historischen Tief von 11 Prozent bei der Wahl 2021 will Stoch die SPD zurück in Regierungsverantwortung führen. Der Jurist ist seit 2016 Fraktionschef und seit 2018 Landesvorsitzender der SPD. Von 2013 bis 2016 war er Kultusminister in der grün-roten Landesregierung. Der gebürtige Heidenheimer sitzt seit 2009 im Landtag und ist seit 2019 Mitglied des SPD-Bundesvorstands.
Kim Sophie Bohnen (Die Linke)
Kim Sophie Bohnen steht als Spitzenkandidatin auf Platz eins der Landesliste. Die 26-Jährige wurde in Itzehoe in Schleswig-Holstein geboren. Nach dem Abitur schloss sie eine Ausbildung zur Bankkauffrau ab und studierte von 2020 bis 2024 Politikwissenschaft und Soziologie. Sie gilt als enge Vertraute der Landesvorsitzenden Sahra Mirow. Inhaltlich setzt Bohnen einen klaren Schwerpunkt auf die Wohnungs- und Mietenpolitik. Sie bildet gemeinsam mit Amelie Vollmer und Mersedeh Ghazaei das weibliche Spitzentrio ihrer Partei für die Landtagswahl.
MARTIN STOLLBERG
Hans-Ulrich Rülke (FDP)
Hans-Ulrich Rülke ist zum dritten Mal Spitzenkandidat der FDP bei einer Landtagswahl. Der 1961 in Tuttlingen geborene Politiker führt die Partei nach 2016 und 2021 erneut in den Wahlkampf. Rülke sitzt seit 2006 im Landtag und ist seit 2009 FDP-Fraktionsvorsitzender – länger als jeder andere in dieser Funktion. Der promovierte Gymnasiallehrer ist seit Januar 2025 Landesvorsitzender der FDP. Er ist bekannt für seine scharfzüngige Rhetorik und setzt im Wahlkampf auf Bürokratieabbau und einen klar wirtschaftsliberalen Kurs.