Die Landtagswahl am 8. März eröffnet das Wahljahr 2026, in dem weitere Wahlen in Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern stattfinden. Damit stimmt mehr als ein Viertel der deutschen Bevölkerung über neue Landesparlamente ab. Entsprechend wird die Wahl in Baden-Württemberg bundesweit aufmerksam verfolgt und gilt als möglicher Stimmungstest für die Bundespolitik und die Arbeit der schwarz-roten Bundesregierung.
Die Grünen, die bei der Landtagswahl 2021 mit 32,6 Prozent ihr stärkstes Ergebnis erzielten, müssen sich nach dem Rückzug von Winfried Kretschmann, der seit 2011 amtierender Ministerpräsident ist, auf deutliche Verluste einstellen. Umfragen sehen sie aktuell (Stand 25.1.26) bei 23 Prozent. Auch die beiden anderen Parteien der im Frühjahr vergangenen Jahres abgelösten Ampelregierung müssen mit Verlusten rechnen. Die SPD fällt in Umfragen auf einen historischen Tiefstand von rund 8 Prozent. Die FDP muss in ihrem Stammland um den Wiedereinzug in den Landtag bangen, liegt aktuell aber über der Fünf-Prozent-Hürde. In der Frage um Kretschmanns Nachfolge liegt Manuel Hagel von der CDU vorne. Seine Partei liegt aktuell bei rund 29 Prozent der Wählerstimmen. Die größten Wahlgewinner könnten jedoch Parteien an den politischen Rändern sein. Die AfD könnte ihr bislang stärkstes Wahlergebnis im Ländle einfahren und die 20-Prozent-Marke überschreiten. Die Linke könnte nach dem überraschend starken Wiedereinzug in den Bundestag erstmals im Landtag vertreten sein. Sie liegt aktuell bei knapp 7 Prozent.
Insgesamt treten 21 Parteien mit einer Landesliste bei der Landtagswahl an. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Parteien: Freie Wähler (FW), Die Partei, dieBasis, KlimalisteBW, ÖDP, Volt, Bündnis C, Partei der Humanisten, Partei für Verjüngungsforschung, BSW, Die Gerechtigkeitspartei, Partei der Rentner, Partei des Fortschritts, Tierschutzpartei und WerteUnion. Die nicht im Landtag vertretenen Parteien mussten 2.000 Unterstützungsunterschriften nachweisen, um zur Wahl zugelassen zu werden. Bei der Wahl 2021 entfielen auf diese Parteien zusammen 8,5 Prozent der Wählerstimmen.
Die Wahl ist in mehrfacher Hinsicht besonders. Erstmals gilt ein reformiertes Wahlrecht. Künftig verfügen alle Wählerinnen und Wähler über zwei Stimmen: eine Erststimme für eine Direktkandidatin im Wahlkreis und eine Zweitstimme für die Landesliste einer Partei. Die Zahl der Wahlkreise bleibt unverändert bei 70; neu ist jedoch, dass die Zweitstimme maßgeblich für die Sitzverteilung im Parlament ist. Daher gibt es erstmals Landeslisten der Parteien, die die Reihenfolge der Mandatsvergabe festlegen. Eine weitere wichtige Änderung betrifft das Wahlalter: Erstmals dürfen bereits 16- und 17-Jährige an der Landtagswahl teilnehmen. Insgesamt sind rund 7,7 Millionen Menschen wahlberechtigt, darunter etwa 650.000 Erstwahlberechtigte. Das passive Wahlrecht bleibt unverändert und gilt weiterhin erst ab 18 Jahren
Die drei aussichtsreichsten Bewerber um das Ministerpräsidentenamt – Manuel Hagel von der CDU, Cem Özdemir von den Grünen und Markus Frohnmaier von der AfD – stellen sich im MORITZ-Interview den wichtigsten Fragen. Ein Kurzporträt aller Spitzenkandidaten der im Bundes- und Landtag vertretenden Parteien gibt es hier.
Die Einzelkandidaten aus allen Wahlkreisen im MORITZ Land werden hier vorgestellt.