Für den Audi-Standort Neckarsulm zeichnet sich eine tiefgreifende Zäsur ab. Nach aktuellen Berichten soll das Werk im Rahmen eines neuen Spar- und Umbauprogramms des Volkswagen-Konzerns bis zum Jahr 2034 auslaufen. Damit steht einer der wichtigsten Industriestandorte der Region Heilbronn-Franken vor einer ungewissen Zukunft. Eine endgültige Entscheidung über die Schließung ist allerdings noch nicht gefallen.
Auslöser der aktuellen Diskussion ist die angespannte wirtschaftliche Lage des Volkswagen-Konzerns. Konzernchef Oliver Blume drängt auf weitere Einsparungen, nachdem Volkswagen bereits ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm eingeleitet hat. Im Gespräch sind unter anderem weitere Stellenstreichungen, die Neuordnung von Geschäftsbereichen und die mögliche Stilllegung einzelner Werke. Neben Neckarsulm gelten auch die Volkswagen-Standorte Emden, Zwickau und Hannover als gefährdet.
Nach einem Bericht der WirtschaftsWoche am Dienstagabend, den 1. September, sieht ein dem Aufsichtsrat vorliegender Plan vor, die Produktion in vier deutschen Werken schrittweise einzustellen. Für Emden und Zwickau wird demnach das Jahr 2031 genannt, für Hannover 2032 und für das Audi-Werk Neckarsulm 2034. Der Bericht beruft sich auf ein internes Dokument des Volkswagen-Konzerns. Volkswagen selbst wollte die darin enthaltenen Pläne bislang nicht kommentieren.
Die möglichen Folgen wären für Neckarsulm und die gesamte Region erheblich. Audi beschäftigt am Standort nach eigenen Angaben rund 15.500 Menschen. Produziert werden dort derzeit unter anderem der Audi A5, A6 und A8 sowie der vollelektrische e-tron GT. Zum Standort gehört außerdem der rund sechs Kilometer entfernte Industriepark Böllinger Höfe mit der Audi Sport GmbH. Audi bezeichnet Neckarsulm als einen der größten Arbeitgeber der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken.