Immer mehr Menschen vertrauen heutzutage auf praktische Apps, um ihre Gesundheit im Blick zu behalten oder ihre Fitnessziele zu erreichen. Doch das kann mit Gefahren für den Datenschutz und die Privatsphäre einhergehen. Denn nicht alle Apps, die den Schutz privater Daten versprechen, können das auch tatsächlich einhalten. Eine aktuelle Studie der Universität Bremen kam hier zu einem erschreckenden Ergebnis.
Deswegen sollten Nutzer ihre gewählten Apps unbedingt selbst überprüfen, sich zu den vergebenen Rechten vergewissern und bei Bedarf bestimmte Einschränkungen machen. So ist im Handumdrehen ein höherer Datenschutz möglich.
Welche sensiblen Daten werden von den Apps erfasst?
Es gibt heute eine ganze Reihe von Apps, die sich auf den Bereich Gesundheit und Fitness spezialisieren. Im App Store finden sich bereits nach kurzer Suche zahlreiche unterschiedliche Anwendungen. Welche Daten jedoch genau erfasst werden, hängt von der App und ihrem angebotenen Funktionsumfang ab – die Unterschiede können riesig sein.
Einige Apps erfassen beispielsweise Gesundheits- und Vitaldaten zum Kreislauf, Stoffwechsel, den Körpermaßen und sogar die medizinische Vorgeschichte (die ein Nutzer in der Regel manuell hinzufügen kann). Somit könnte es sich gleich um eine Vielzahl sensibler medizinischer Daten handeln, die besonders schützenswert sind.
Mehr auf Fitness spezialisierte Apps sammeln und verarbeiten hingegen eher aktivitätsbezogene Daten. Das können Schrittzahl und zurückgelegte Distanzen, geleistete Sportarten oder Schlafdaten sein. Hinzu kommen verhaltensbezogene Daten zur Ernährung oder Medikamenteneinnahme, um ein Gesamtbild zum Lebensstil erzeugen zu können.
Was ist das Problem mit Datenschutz & Privatsphäre?
Obwohl die verarbeitenden Daten als ausgesprochen sensibel gelten, gibt es Risiken mit Hinblick auf den Datenschutz und die Privatsphäre. So kam eine Studie der Universität Bremen im Jahr 2025 zu einem erschreckenden Ergebnis. Die 20 beliebtesten Gesundheits- und Fitness-Apps wurden untersucht, und viele von ihnen erwiesen sich als problematisch.
Sie gaben Daten weiter, obwohl es keine Zustimmung von Nutzern gab oder verwendeten eine unklare Sprache sowie manipulative Tricks, um eine Zustimmung zu erhalten. Alle 20 Apps sendeten dabei die erfassten Daten an Drittländer, allen voran in die USA oder nach Asien. Viele der Apps verfügten nicht einmal über Datenschutzrichtlinien in deutscher Sprache.
Und das Problem wird sogar noch größer, wenn man sich den Datenabfluss ansieht. Denn insbesondere kostenlose Apps finanzieren sich durch das Sammeln und Weitergeben von Daten. So zahlen die Werbeindustrie und Drittanbieter für ein aussagekräftiges Nutzerprofil gutes Geld. Zudem weiß niemand, wo die Daten später sonst noch landen.
Praktisch Tipps, um die eigenen Daten besser zu schützen
Vor dem Installieren alle relevanten Informationen nachlesen
Da Gesundheits- und Fitness-Apps mit vielen sensiblen Daten arbeiten, sollten sowohl Nutzungsbedingungen als auch Datenschutzrichtlinie gut geprüft werden. Grundsätzlich gilt: Wenn nicht klar verständlich ist, was mit den eigenen Daten geschieht, dann ist das bereits ein erstes Warnzeichen. Einige Anbieter bleiben hier nämlich bewusst schwammig.
Zudem gilt Vorsicht bei Datenschutzversprechen, die oft nicht eingehalten werden. Eine formale Erfüllung der Anforderungen der DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) reicht nicht aus. Denn selbst dann kann es an echter Transparenz und Klarheit mangeln. So werden Datenempfänger oft nur als „Partner“ bezeichnet, anstatt konkrete Unternehmen zu benennen.
Den eigenen Fußabdruck beim Nutzen der Apps reduzieren
Einige Fitness-Apps lesen Standortdaten und IP-Adressen aus, um Nutzer und ihre Surfgewohnheiten nachverfolgen zu können. Das sind für die Werbeindustrie oft sehr wertvolle Daten zum Schalten von gezielten Anzeigen. Doch vor allem die Privatsphäre geht dabei sehr schnell verloren, weil dadurch der sogenannte gläserne Kunde entsteht.
Ein VPN (virtuelles privates Netzwerk) kann hierbei zum Schutz der Privatsphäre beitragen, indem es die eigene IP-Adresse maskiert. So lassen sich Nutzer nicht mehr so einfach im Internet nachverfolgen. Wer jedoch den unkontrollierten Datenabfluss verhindern möchte, muss auch die Rechteverwaltung von Apps kontrollieren – mehr dazu im nächsten Abschnitt.
Apps auf benötigte Rechte prüfen und ggf. Rechte entziehen
Eine weitere wichtige Rolle spielen die Rechte, die eine App anfragt. Einige Gesundheits- und Fitness-Apps möchten dabei quasi das gesamte Endgerät auslesen und Zugriff auf Kamera, Mikrofon, Kalender, Datenspeicher und noch vieles mehr. Doch wofür muss eigentlich eine App auf das Mikrofon zugreifen, wenn man diese Funktion gar nicht benutzt?
Die gute Nachricht: Moderne Systeme wie iOS oder Android bieten Nutzern die Möglichkeit, Rechte zu prüfen und ggf. sogar zu entziehen. Entsprechende Optionen finden sich in der Regel in den Systemeinstellungen zur Appverwaltung. Dort lassen sich alle vergebenen Rechte einsehen und entziehen, um möglichen Datenmissbrauch zu reduzieren.