Die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) ist seit über 15 Jahren eine staatliche Hochschule, die duale Studiengänge anbietet – zudem ist sie die größte Hochschule des Landes. Damit führt die DHBW damit das seit über 40 Jahren erfolgreiche duale Prinzip der früheren Berufsakademie Baden-Württemberg fort.
Die Duale Hochschule Baden-Württemberg, gegründet ihm Jahr 2009, gilt als bildungspolitische Innovation. Sie entstand als Nachfolgemodell der Berufsakademie Baden-Württemberg, die bereits 1974 ins Leben gerufen worden war. Mit der Weiterentwicklung zur Hochschule wurde das baden-württembergische Modell des dualen Studiums, das betriebliche Ausbildung und akademisches Studium miteinander verbindet, deutlich aufgewertet. Die DHBW stellt in vielerlei Hinsicht eine besondere Bildungsinstitution sowie eine Erfolgsgeschichte des Landes dar. Sie entwickelte sich aus einer regionalen Bildungstradition und der engen Zusammenarbeit zwischen Gesellschaft, Hochschule, sozialen Einrichtungen und Industrie in Baden-Württemberg. Das duale Studium kombiniert ein wissenschaftliches Studium mit praktischen Ausbildungsphasen in einem externen Betrieb. Theorie- und Praxisabschnitte wechseln sich dabei etwa alle drei Monate ab. Der Betrieb, auch »Dualer Partner« genannt, kann ein Unternehmen oder eine öffentliche Einrichtung sein, die von der DHBW als fachlich und organisatorisch geeignet anerkannt wurde. Mit derzeit rund 33.000 Studierenden (Stand 2023/24) ist die DHBW die größte Hochschule Baden-Württembergs. Standorte befinden sich in Heidenheim, Heilbronn, Karlsruhe, Lörrach, Mannheim, Mosbach mit der Außenstelle Bad Mergentheim, Ravensburg mit der Außenstelle Friedrichshafen, Stuttgart mit der Außenstelle Horb sowie in Villingen-Schwenningen. Zusätzlich befindet sich das Center for Advanced Studies (CAS) in Heilbronn. Die Masterstudiengänge werden sowohl an den einzelnen Standorten als auch am DHBW CAS angeboten.
Etwa 9.600 ausgewählte Unternehmen kooperieren derzeit als »Duale Partner« mit der DHBW. Dazu zählen sowohl kleine und mittelständische Unternehmen als auch internationale Großkonzerne. Aktuell bietet die DHBW in 35 Bachelor- sowie 27 berufsintegrierenden Masterstudiengängen rund 130 Studienrichtungen in den Bereichen Wirtschaft, Technik, Sozialwesen und Gesundheit an. Durch den regelmäßigen Wechsel von Theorie- und Praxisphasen im dreimonatigen Rhythmus erwerben die Studierenden neben fachlichen und methodischen Kenntnissen auch wichtige soziale und berufspraktische Kompetenzen. Die theoretischen und praktischen Inhalte sind eng miteinander verzahnt und berücksichtigen aktuelle Entwicklungen aus Wirtschaft, Technik und Gesellschaft in den Lehrplänen. Nach erfolgreichem Abschluss des dreijährigen Studiums verleiht die Duale Hochschule den akademischen Grad des Bachelors. Je nach Studiengang wird der Abschluss als Bachelor of Arts, Bachelor of Engineering oder Bachelor of Science vergeben. Darüber hinaus bietet die DHBW ausgewählten Absolventinnen und Absolventen ein nicht konsekutives Masterprogramm an.
Der Erfolg des dualen Studiums zeigt sich auch daran, dass dieses Modell inzwischen von vielen Bundesländern übernommen wurde und zunehmend auch Hochschulen für Angewandte Wissenschaften duale Studiengänge in Kooperation mit Praxispartnern anbieten. Die jeweiligen Modelle unterscheiden sich jedoch je nach Standort und fachlicher Ausrichtung. Neben den Professorinnen und Professoren der DHBW Stuttgart lehren auch Dozierende anderer Universitäten und Hochschulen sowie besonders qualifizierte Fachkräfte aus Unternehmen und sozialen Einrichtungen. Sie vermitteln Inhalte aus ihren jeweiligen Spezialgebieten und sorgen dafür, dass Aktualität, Praxisbezug und wissenschaftliche Qualität in Vorlesungen und Seminaren jederzeit gewährleistet sind. Bundesweit existieren die meisten dualen Studienangebote im Bereich der Ingenieurwissenschaften, gefolgt von Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie den Gesundheitswissenschaften. Nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung waren im Jahr 2022 rund 120.000 Studierende in einem dualen Ausbildungsverhältnis eingeschrieben.